Zur festen Größe in der Sparte der Unternehmensberatung gehört das Consulting von Start-Ups und Existenzgründern. Nach einer Untersuchung des Deutschen Industrie und Handelkammertags (DIHK) nimmt jedoch deren Zahl deutlich ab. Wie der DIHK mitteilte, werden im laufenden Jahr so wenige Existenzgründer an den Start gehen, wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Ursache dürfte die anhaltend stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt sein, die potentiellen Existenzgründern zahlreiche Alternativen zur Selbstständigkeit bietet.

Aufgrund der Komplexität des Start-Up-Managements ist die Abwägung zwischen abhängiger Beschäftigung und dem Unternehmertum mehr als nachvollziehbar. Damit die Zahl der Unternehmensgründungen wieder zunimmt, fordert der DIHK von der Politik einen “konsequenten Bürokratieabbau für Existenzgründer” und die Ankubelung von Privatinvestitionen für Start-Ups. Die Politik solle den gesetzlichen Rahmen abstecken, damit Investoren klare Regelungen für Beteilungskapital hätten, so der DIHK in einer Pressemitteilung. Besonders problematisch sei der Umstand, dass sich ausländische Investoren nicht sicher sein könnten, dass neben der Versteuerung in ihrem Heimatland nicht auch noch in Deutschland die Beteiligungsgewinne versteuert werden müssten.

Auch an Schulen und Bildungseinrichtungen solle das Blickfeld für die Gründung und den Betrieb eines Unternehmens geschärft werden. Erfreulich ist jedoch, dass die Zahl weiblicher Interessierter an einer Existenzgründung spürbar zugenommen hat und bei 40 Prozent liege.

Nach wie vor scheitern die meisten Unternehmensgründungen an fundamententalen Hemnissen wie Finanzierungsmängeln, Qualifikationsmängeln der Unternehmenspersönlichkeiten, Planungsfehlern und falschen Selbsteinschätzungen und fehlender Beratungsunterstützung. Zwar bieten neben der Branche der Unternehmensberatung auch zahlreiche weitere Institutionen Existenzgründerberatung an, viele Start-Up-Unternehmer scheuen jedoch die Hilfen oder nehmen sie erst zu spät in Anspruch.