Nochmals neu durchstarten – Existenzgründung als Re-Starter

Hinfallen ist keine Schande – liegenbleiben dagegen schon. Diese profane Weisheit lässt sich vortrefflich auch auf so manchen Existenzgründer anwenden.
Nicht jede Existenzgründung gelingt, aus zahlreichen Gründen kann eine Unternehmensgründung scheitern. Viele geben jedoch nicht auf und versuchen ihr Glück aufs neue. Entweder mit der ursprünglichen Idee oder mit einem neuen, abgewandelten Konzept.

Bei den sogenannten Re-Startern handelt es sich um eine Gruppe von Selbstständigen, die mit Ihrem Existenzgründung bereits gescheitert waren, aber einen weiteren Anlauf anstreben. Vielmals werden sie dafür belächelt, es noch einmal mit dem Unternehmertum zu versuchen. Dabei belegen Studien, dass die Erfolgsquote von Re-Startern ebenso hoch ist wie bei Neugründern.

Der Austritt aus der ersten Unternehmung muss dabei so elegant wie möglich geschehen, damit überhaupt eine zweite Chance etwa von Kapitalgebern gewährt wird. Wichtig ist eine rechtzeitige Trennung von dem Unternehmen, die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und Ehrlichkeit gegenüber der Bank und den Finanzgebern. Um Unterstützung für ihre erneute Existenzgründung zu finden, ist es ratsam mit “offenen Karten zu spielen” und die potentiellen Geldgeber damit zu überzeugen, dass aus den Fehlern gelernt wurde.

Um auf diesen Punkt genauer einzugehen, sollte eine Analyse der ersten Unternehmung durchgeführt werden. Eine selbstkritische Betrachtung, die Schwächen bei der Planung und der Umsetzung offenbart und auch auf persönliche Fehler eingeht, ist unerlässlich und sollte gegebenenfalls mit Hilfe einer Unternehmensberatung oder einem Start-Up Coach durchgeführt werden. Möglichkeiten diese Fehler bei einem erneuten Versuch auszumerzen, sollten herausgestellt werden, um neue und alte Finanziers zu gewinnen. Das neue Konzept kann auf Basis der gemachten Fehler umfassender und besser werden, da bereits Erfahrungen in der Selbstständigkeit existieren.

Ebenfalls wichtig ist es, mit der Vergangenheit abzuschließen. Ehemalige Selbstständige oder Unternehmer berichten immer wieder, dass das Scheitern ihres Vorhabens ihnen physisch und psychisch stark zugesetzt hat. Nicht selten wurde das gesamte Vermögen “verspielt” und das Vertrauen in die eigenen Potentiale befindet sich auf dem absoluten Tiefpunkt. Um wieder Zutrauen zu fassen, sollte daher einige Zeit vergehen. Etwaige Verbindlichkeiten sollten zunächst beseitigt werden, bevor eine neue Existenzgründung angestrebt wird. Ein Insolvenzverfahren kann einen Ausweg aus der Schuldenfalle bieten. Jedoch dauert dieser Prozess mindestens sechs Jahre und endet unter gewissen Umständen mit der sogenannten Restschuldbefreiung.

Einfach ist der Neuanfang nicht. Dennoch spricht manches sogar dafür, eine gute Unternehmensidee auch dann nochmals zu verfolgen, wenn die erste Chance im Sand verlaufen ist. Lernen Sie aus ihren Fehlern und nutzen Sie Beratungsangebote, um den Neuanfang optimal zu gestalten.

Dennoch ist die größte Herausforderung für den Re-Start, die Beschaffung des nötigen Kapitals. Die letzte Pleite hat meist die Reserven aufgebraucht und macht einen Neuanfang nur umso schwieriger. Private Rücklagen und angesammeltes Vermögen sind aufgebraucht, weitere Einnahmen werden häufig für diverse Verbindlichkeiten aufgebraucht. Solange diese Schulden noch existieren, wird von den Banken kein erneuter Kredit gewährt werden. Das Auffinden privater Kapitalgeber kann eine Möglichkeit für einen eleganten Neustart darstellen. Diese sollten durch einen professionellen Businessplan von der Idee überzeugt werden.