Was viele schon ahnten, ist nun Gewissheit. Die Bundesregierung hat sich dazu entschlossen, den Rotstift anzusetzen und will vor allem im sozialen Bereich sowie bei den Staatsbediensteten sparen. Die Frage ist nur, welche Folgen dies haben wird, wenn der Staat derartige Sparbemühungen für das Volk und die Wirtschaft haben wird. Zum einen ist klar, dass der Staat gar keine andere Wahl hat, als seine Ausgaben zu verringern. Man sollte nicht vergessen, dass ein Großteil der Ausgaben subventioneller Natur sind.
Wohl kaum ein Thema besorgt die Bürger so sehr wie Inflation. Dieser Prozess andauernder Preisniveausteigerungen hatte in der Geschichte unseres Landes schon so manche dramatische Folge. Nicht zuletzt auf Inflation geht auch die nationalistische Entwicklung in den Anfängen des letzten Jahrhunderts zurück, welche dann in zwei Weltkriegen mündete. Von daher ist die Sorge wenn es um Staatsverschuldung geht, durchaus rational berechtigt.
Wir alle konsumieren tagtäglich. Und natürlich bemühen wir uns ein ums andere Mal, unsere Güter möglichst preiswert einzukaufen. Gerade in Deutschland ist es schon ein Volkssport, möglichst billig einzukaufen - Qualität steht nicht selten erst an zweiter Stelle, wie viele Unternehmen und deren Unternehmensberater zu berichten wissen.
Umso freudiger sollte man dann doch sein, wenn generell die Preise sinken. Denn ein sinkendes Preisniveau wirkt auf den ersten Blick mehr als verlockend. Mit sinkenden Preisen kann ein Haushalt mehr konsumieren, da das Realeinkommen steigt. Unter dem Realeinkommen versteht man das mit dem aktuellen Preisniveau bewertete Einkommen. Hat also ein Haushalt ein gewisses Budget monatlich zur Verfügung, kann er sich natürlich bei sinkenden Preisen mehr davon leisten. Genauso können auch Unternehmen mehr investieren, denn sie erhalten ja für eine gewisse Investitionssumme mehr Güter. Auf den ersten Blick klingt also die Aussicht auf fallende Preise nahezu paradiesisch - doch leider gibt es dabei einen gewaltigen Haken.
Das Beispiel Griechenland hat es deutlich vor Augen geführt. Das Thema Staatspleite ist alles andere als weit weg - im wahrsten Sinne des Wortes. Waren es vor Jahren noch Entwicklungsländer oder Schwellenländer wie Argentinien, die den Staatsbankrott verkünden mussten, so ist es nun zum ersten Mal ein altgedientes Land der Europäischen Union, das aus eigener Kraft nicht mehr seine Verpflichtungen erfüllen kann. Die makroökonomischen Ursachen und Folgen des Griechenland-GAU´s wurden nicht nur in der wissenschaftlichen Fachliteratur, sondern auch und vor allem in der Tagespresse heiß diskutiert. Mögen diese Analysen durchaus ihren Sinn und Zweck haben, so sagen sie doch herzlich wenig über die Folgen für die Industrie und die einzelnen Unternehmen in Deutschland aus. Mit welchen Folgen müssen mittelständische und größere Unternehmen rechnen?
Immer wieder werden Unternehmensberater mit der Frage konfrontiert, welche Auswirkungen denn Inflation für ihr Unternehmen habe. Diese Frage ist bedauerlicherweise nicht einfach zu beantworten. Zuerst einmal sollte man sich verdeutlichen, was man unter Inflation versteht.
Inflation ist nicht ein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Während einer gewissen Zeitspanne steigen die Preise - allerdings nicht einige wenige Preise, sondern ein Preisindex, der sich aus einem nach bestimmten Kriterien zusammengesetzten Warenkorb ergibt. Die Ermittlung dieses Preisindex ist problematisch und immer wieder Diskussionen ausgesetzt. Nicht zuletzt spielen hier auch Interessen der Industrie und des Handels eine gewichtige Rolle. Daher wird in Deutschland dieser Warenkorb amtlich bestimmt - das Statistische Bundesamt hat sich dieser Aufgabe angenommen